Vielleicht war es Andreas, der als Erster ungeduldig wurde, vielleicht auch Petrus. Vielleicht stürmten sie auch alle gleichzeitig auf Jesus ein. Aber irgendwann war es einfach so weit, dass die Jünger wissen wollten, wohin ihre erste Wanderung mit Jesus ging.

 

„Nun sag doch endlich, Rabbi, wohin gehst du mit uns? Machen wir ‚stille Tage’ in der Wüste?“

„Nein“, unterbrach ein anderer, „wir gehen bestimmt zum Tempel.“

Plötzlich redeten alle durcheinander, bis Jesus seine Hand hob, um sich Gehör zu verschaffen. Schmunzelnd erklärte er: „Wir gehen auf eine Hochzeit.“

Überraschtes Schweigen. Johannes und Andreas schauten sich an. „Eine Hochzeit?“, fragten sie ungläubig.

Warum um alles in der Welt ging Jesus zu einer Hochzeit?

Die Antwort ist einfach: „Jesus und seine Jünger waren zu dieser Hochzeit eingeladen“ (Johannes 2,2).

Als das Brautpaar ihre Gästeliste erstellte, setzte es auch den Namen Jesus drauf. Nicht weil er berühmt war; er war damals noch unbekannt. Er wurde auch nicht wegen seiner Fähigkeit, Wunder zu tun, eingeladen. Bis zu dem Zeitpunkt hatte er noch kein einziges Wunder vollbracht. Warum wollten sie ihn dabeihaben?

Ich nehme an, weil sie Jesus mochten.

Ist das wichtig? Warum erwähne ich das überhaupt? Ich will feststellen, dass die normalen Leute eines kleinen Dorfes gerne mit Jesus zusammen waren. Sie wollten ihn dabeihaben. Er war ein angenehmer Gast. Der Allmächtige hatte keine Star-Allüren.

Er ließ es sich alles kosten, ein ganz normaler Mensch zu werden. Er wusste schon alles, trotzdem studierte er die Torah in der Synagoge. Er besaß alle Reichtümer der Erde, trotzdem arbeitete er in einer staubigen Werkstatt. Sein Auftrag war es, die Welt zu erlösen, trotzdem nahm er sich die Zeit, 150 Kilometer zu Fuß zurückzulegen, um von Jericho nach Kana zu gehen und an einer Hochzeit teilzunehmen.

Kein Wunder, dass die Leute ihn mochten.

Über den Autor

Dirk Farr ist Gründungspastor der JKB Treptow in Berlin und Leiter des Bereichs Gemeindegründung bei der Liebenzeller Mission. Darüber hinaus coacht er junge Leiter in interkulturellen und internationalen Aufgaben.

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