Wir Deutschen sind sehr direkt? Nicht neu.
Kanadier sind immer freundlich und Dienstleistung groß geschrieben? Auch bekannt.

Doch was ich heute erlebt habe, übertrifft alle meine Erwartungen:

Gerade bin ich dabei unser Auto in Toronto zu verkaufen. An einen Indonesier, einen Immigrant aus Bangladesh oder vielleicht doch an einen „Caucasian“ (so werden hier die „weißen Kanadier“ genannt)? Als gründlicher Deutscher will ich natürlich Qualität verkaufen. Deshalb sitze ich heute im Warteraum von „Canadian Tire“ (eine Mischung aus Baumarkt, Autowerkstatt und Sportgeschäft – ein wahres Männerparadies…). Während ich die letzten Reparaturen machen lasse passiert folgendes:

Die Arbeit dauert länger und länger. Stunden über Stunden vergehen. Kennt man ja. Doch langsam muss ich wirklich los, um die Kinder vonder Schule abzuholen. Doch just in dem Moment, als ich spätestens losfahren müsste bekomme ich die Info „noch etwas mehr als eine Stunde, dann ist das Auto fertig!“
Ratloses Gesicht bei mir. Plötzlich meint der Mitarbeiter ich solle ihm folgen: Durch die Werkstatt, auf den Parkplatz. Da drückt er mir den Schlüssel zu seinem privaten Auto in die Hand und meint: „Nehmen sie meinen. Sie müssen ja ihre Kinder abholen. Gute Fahrt, bis später.“
Wow! Da war ich sprachlos. Das ist mal Hilfsbereitschaft. Das ist Service. Da geht einer freiwillig nicht nur die „zweite Meile“ von der Jesus spricht (Bibel, Matthäus 5). Das ist die Einstellung, die eine Gemeinde auszeichnet. Eine Einstellung, die nicht zuerst fragt, was die Aufgabe ist, sondern wo die Not ist – und wie sie zu lindern ist. Und ich bin unglaublich dankbar, dass um mich herum (ob in Toronto oder Berlin) genau das in unseren Gemeinden von vielen gelebt wird! Ihr seid meine Helden!!! Danke!

Ganz nebenbei habe ich noch eine Grafik über Verhandlungsmuster in verschiedenen Ländern entdeckt. Würde vielleicht auch bei den Brexitverhandlungen helfen ?.

Falls du noch mehr Länder sehen willst, klicke HIER.

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Über den Autor

Dirk Farr ist Gründungspastor der JKB Treptow in Berlin und Leiter des Bereichs Gemeindegründung bei der Liebenzeller Mission. Darüber hinaus coacht er junge Leiter in interkulturellen und internationalen Aufgaben.

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Eine Antwort

  1. Matthias S.

    Vielen Dank für den Verweis auf den Artikel mit den verschiedenen Kommunikationsstilen auf Landesbasis.

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