Abrupt wird Petrus aus seinen Gedanken gerissen. Jemand steht am Ufer und ruft: „Habt ihr was gefangen?“

Petrus und Johannes blicken auf. Wahrscheinlich ein Dorfbewohner, der Fisch kaufen will. „Nein!“, knurren sie zurück.

„Werft das Netz auf der anderen Seite des Bootes aus!“ ruft der Mann am Ufer nun.
Johannes schaut Petrus an; sie zucken die Schultern. Warum nicht? Das Netz fliegt, Petrus wickelt das Seil ums Handgelenk und wartet.

Und schon gibt es einen Ruck. Das Seil wird straff, das Netz füllt sich. Petrus muss sein ganzes Körpergewicht einsetzen, um gegenzuhalten. Langsam und vorsichtig holt er das Netz ein.
Er ist so konzentriert bei der Arbeit, dass ihm das Déjà vu entgeht.

Im Gegensatz zu Johannes. Dem kommt das alles irgendwie bekannt vor. Das haben sie doch schon einmal erlebt. Eine lange, erfolglose Nacht. Leere Netzte. Die Aufforderung, es noch einmal zu versuchen. Dann ein Boot voller Fische. Moment mal … Er schaut auf. Wer ist der Mann am Ufer? „Er ist es“, flüstert Johannes.
Lauter wiederholt er: „Es ist Jesus!“

Petrus dreht sich um. Schaut genau hin. Jesus, der Gott des Himmels und der Erde, steht am Ufer … und macht Feuer.

Petrus springt ins Wasser, schwimmt an den Stand, stolpert über den steinigen Boden und steht nass und zitternd vor dem Freund, den er verleugnet hat. Jesus ist fertig mit dem Feuer.

Es ist einer der ganz wenigen Momente, in denen Petrus nicht weiß, was er sagen soll. Welche Worte wären jetzt angemessen? Der Augenblick ist zu heilig. Gott lädt den Freund, der ihn verleugnet hat, zum Frühstück ein. Petrus findet neue Gnade, dort am See von Galiläa.

„Kommt und haltet das Mahl.“ Johannes 21,12

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Über den Autor

Dirk Farr ist Gründungspastor der JKB Treptow in Berlin und Leiter des Bereichs Gemeindegründung bei der Liebenzeller Mission. Darüber hinaus coacht er junge Leiter in interkulturellen und internationalen Aufgaben.

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