Jeden Tag strömen unzählige Bilder, Gedanken und Meinungen auf mich ein. Manchmal begeistert mich das – an anderen Tagen fühle ich mich davon überrollt und erschlagen. Jesus ging das nicht anders. Doch Jesus behütete sein Herz. Hartnäckig achtete er darauf, nur die richtigen Gedanken aufzunehmen. Hier ein paar Beispiele:

Einmal wollten Stolz und Hochmut sich einschleichen. Das Volk war entschlossen, ihn zum König zu machen. Das schmeichelt. Wer von uns würde sich nicht geehrt fühlen, böte man ihm einen Adelstitel an? Jesus reagierte anders. „Als Jesus nun merkte, dass sie kommen würden und ihn ergreifen, um ihn zu König zu machen, entwich er wieder auf den Berg, er selbst allein“ (Johannes 6,15).

Ein anderes, dramatisches Beispiel erleben wir während einer Unterhaltung zwischen Jesus und Petrus. Jesus hatte gerade von seinem bevorstehenden Tod am Kreuz gesprochen da widersprach Petrus ihm in gut gemeintem Protest: „Gott bewahre Dich, Herr! Das widerfahre dir nur nicht“ (Matthäus 16,22). Anscheinend wollte Petrus die Notwendigkeit des Todes Jesu am Kreuz von Golgatha infrage stellen. Doch Jesus reagierte schnell. Er verschloss sein Herz vor diesem Gedanken und wies ihn mitsamt dem, der ihn vorgebracht hatte, weit von sich. „Geh weg von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist“ (Vers 23).

An einer anderen Stelle sehen wir, wie Jesus mit Spott umging. Er war zu einem kranken Mädchen gerufen worden, doch ehe er in dem Haus eintraf, wurde ihm berichtet, das Kind sei gestorben. Was sagt Jesus? „Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft“ (Markus 5,39). Wie reagieren die Leute? „Sie verlachten ihn“ (Vers 39). Jeder von uns kennt solche Momente, in denen man gedemütigt wird. Aber Jesus ging anders damit um, als wir das für gewöhnlich tun. Er ließ die Demütigung gart nicht an sich heran. Sein Verhalten war klar und entschlossen. „Er aber trieb sie alle hinaus“ (Markus 5,40). Er ließ das Hohngelächter nicht zu – weder im Haus des Mädchens noch in seinem Herzen.

Jesus behütete sein Herz. Wenn er das nötig hatte, sollten wir es dann nicht auch tun?

„Er aber zog sich zurück in die Wüste und betete.“ Lukas 5,16

Über den Autor

Dirk Farr ist Gründungspastor der JKB Treptow in Berlin und Leiter des Bereichs Gemeindegründung bei der Liebenzeller Mission. Darüber hinaus coacht er junge Leiter in interkulturellen und internationalen Aufgaben.

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Eine Antwort

  1. Anne

    Oh ja, das sollten wir!
    Leider find' ich irgendwie noch keinen Weg, wie das mit Kind funktioniert. Vielleicht hat Geka ein Rezept? Wenn mal Pause ist, bin ich kaum mehr fähig, einen klaren Gedanken zu fassen – also eher wie die Jünger und nicht wie Jesus… hm…

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