„Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet Gründe.“

Dieser Satz hat mich in der letzten Woche sehr beschäftigt. In den vergangenen Jahren haben ich zahlreiche Menschen kennengelernt, die Jesus persönlich kennen lernten. Ihr Leben hat sich dadurch positiv entwickelt. Andere sind Jesus genauso begegnet. Doch scheinbar entfaltete er in ihrem Leben nicht die selbe Kraft. Auf der Suche nach hilfreichen Wegen traf ich auf einen Gelähmten, der Jesus auch begegnete:

Und zwar begegneten sich die beiden an einem großen Teich, der nördlich des Jerusalemer Tempels liegt. Der Teich ist über 100 Meter lang, 40 Meter breit und über 20 Meter tief. Fünf Säulenhallen umgeben ihn.

Der Name des Teichs ist Betesda. Eine Quelle auf seinem Grund sorgt vermutlich immer mal wieder dafür, dass Luftblasen aufsteigen, was die Menschen für eine von Engelsflügeln verursachte Bewegung halten. Sie glauben, dass derjenige, der zuerst ins bewegte Wasser steigt geheilt wird.

Um den Teich herum sieht es aus wie auf einem Schlachtfeld: Überall liegen Kranke und Verletzte. Ein nie enden wollendes Seufzen und Stöhnen, grenzenlose menschliche Not. Die meisten Passanten gehen weiter, ohne sich Gedanken zu machen.

Jesus nicht. Er ist zu einem Fest nach Jerusalem gekommen, ist allein unterwegs. Heute geht es ihm nicht darum, seinen Jüngern etwas beizubringen oder eine Menschenmenge um sich zu sammeln. Diese Leute hier brauchen ihn, deshalb ist er bei ihnen.

Siehst Du das Bild vor Deinem inneren Auge, wie Jesus bedächtig an den zahllosen Reihen von Kranken entlanggeht? Im Tempel sammeln sich unterdessen die Reisenden die zum Teil von weither gekommen sind um Gott zu begegnen. Sie ahnen ja nicht, dass Gott ganz in der Nähe ist, bei den Leidenden am Teich. Niemand vermutet, dass der junge Zimmermann, der gerade den Anblick dieses unüberschaubaren Meeres von Schmerz und Qual auf sich wirken lässt, Gott ist.

Bevor Jesus den Gelähmten heilt, stellt er ihm eine Frage: „Willst du gesund werden?“ (Johannes 5,6). Der Kranke antwortet ihm: „Her, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein.“ (Vers 7)

Ist der Kranke enttäuscht von den Menschen, die ihm nicht helfen? Vielleicht schon. Gute Gründe. Aber lesen wir weiter, was dann geschieht: „Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin! Und sogleich wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging hin“ (Johannes 5,8-9).

Genauso sollten wir es auch machen. Wir sollten immer davon ausgehen, dass das geschieht, was Jesus sagt. Wenn er sagt, wir sollen aufstehen, dann können und müssen wir aufstehen. Jesus ist der Gott, der Wege zeigt.

Über den Autor

Dirk Farr ist Gründungspastor der JKB Treptow in Berlin und Leiter des Bereichs Gemeindegründung bei der Liebenzeller Mission. Darüber hinaus coacht er junge Leiter in interkulturellen und internationalen Aufgaben.

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