Vor einiger Zeit hat mich ein Bericht von Jesus neu fasziniert. Ich weiß nicht, wie oft ich ihn schon in meinem Leben gelesen habe. Er war gut, ermutigend, normal eben. Doch als ich mir dieser Abschnitt im letzten November in die Hände viel war er anders – mehr. Durch ihn hat sich mein Leben verändert. Vielleicht ist er auch was für dich:

Die Hand der Frau war knorrig, dünn, fast durchsichtig. Schmutzige Fingernägel, rissige Haut. Siehst Du sie, zwischen den Knien und Füßen der Leute, die Jesus folgen, da kriecht sie, so schnell sie kann. Sie wird gestoßen und getreten, doch sie nimmt es kaum wahr. Sie ist zu verzweifelt. Die Blutung will einfach nicht aufhören. „Da war eine Frau, die hatte den Blutfluss seit zwölf Jahren“ (Markus 5,25).

Ihr ist nichts geblieben. Gesundheit, Geld, Wohnung – alles ist dahin. Ihre Träume sind geplatzt, ihr Glaube ist in sich zusammengefallen. Sie darf nicht in die Synagoge und ist von der Gesellschaft verstoßen. Zwölf Jahre leidet sie schon. Sie kann nicht mehr – und hat einen verzweifelten Plan gefasst.

Diese Frau hatte von Jesus gehört“ (Markus 5,27).

Geredet wird überall. Auch unter den Kranken und Ausgestoßenen sprechen sich Neuigkeiten herum. Die Leprakranken wussten es als Erste: Jesus kann heilen. Er ist auf dem Weg in unser Dorf. Die Synagogenvorsteher von Kapernaum haben ihn eingeladen.

Als die Menschenmenge sich der Stadt nähert, da hat die Frau nur noch einen Gedanken: „Wenn ich wenigstens seine Kleider berühren könnte, so würde ich gesund“ (Markus 5,28). Im richtigen Moment zwängt sie sich zwischen die Leute. Knie treffen unsanft ihre Rippen. „Geh doch zur Seite“ knurrt sie jemand an. Sie ignoriert es und drängelt weiter, so schnell sie kann.

Da, sie kann seinen Mantel berühren. „Und sogleich versiegte die Quelle ihres Blutes, und sie spürte es am Leibe dass sie von ihrer Plage geheilt war“ (Vers 29). Neues Leben durchströmt ihren Körper. Ihre blassen Wangen bekommen Farbe. Der flache Atem wird immer tiefer.

Eine unheilbare Krankheit hatte dieser Frau alle Kraft geraubt. Wer oder was hat Dich ausgeblutet? Sind es die roten Zahlen auf Deinem Konto? Hat man dir eingeredet, dass Du etwas gar nicht kannst? Verbringst Du die Nächte in fremden Betten? Arbeitest Du im falschen Beruf? Trägst Du Zorn mit Dir herum? Diese verzweifelte Hand, die sich nach Jesus ausstreckt, ist das Deine Hand? Dann trau Dich. Jesus will sie ergreifen. Wenn Du sie durch die Menge hindurch nach ihm ausstreckst, weiß er das.

Er sehnt sich danach, Deine geliebte Hand mit seiner zu umschließen.

Über den Autor

Dirk Farr ist Gründungspastor der JKB Treptow in Berlin und Leiter des Bereichs Gemeindegründung bei der Liebenzeller Mission. Darüber hinaus coacht er junge Leiter in interkulturellen und internationalen Aufgaben.

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