Offiziell war er ein Beamter im gehobenen Dienst. Aber nach Ansicht seiner Nachbarn war er ein Betrüger. Er leitete das staatliche Steuerbüro, hatte aber auch eine schwarze Kasse am Straßenrand aufgestellt. Dort saß er gerade, als Jesus vorbeikam. „Folge mir nach“, sagte der und Matthäus, der Zöllner, gehorchte sofort. Und schon im nächsten Vers lesen wir wie sie bei Matthäus im Esszimmer saßen. „Und es begab sich, als er zu Tisch saß im Hause…“

(Matthäus 9,10).


Matthäus wollte mehr als nur ein bisschen Small Talk, deshalb nahm er Jesus mit in sein Haus. Beim Essen kann man ganz anders reden als im „Büro“. Und so zog Matthäus die Krawatte aus, warf den Kamin an, köpfte die Flaschen und verbrachte einen gemütlichen Abend mit dem Herrn des Universums. „Jesus, bitte entschuldige die Frage, aber weißt du, ich hätte schon immer gerne einmal gewusst…“
Ich finde es beeindruckend, dass Matthäus gleich eine Einladung zum Essen ausgesprochen hat. Aber noch beeindruckender ist, dass Jesus sie angenommen hat, obwohl er wusste, dass Matthäus ein Dieb war und dass sein ganzes Vermögen durch Betrügereien finanziert worden war. Für Jesus zählte, dass Matthäus ihn kennen lernen wollte.


Das Verhältnis derer, die Jesus nicht kennengelernt haben, zu denen, die seine Nähe suchten, ist 1000 zu 1. Aber das Verhältnis derer, die ihn suchten, zu denen, die ihn fanden, ist 1 zu1.


„Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.“
Matthäus 9,13

Über den Autor

Dirk Farr ist Gründungspastor der JKB Treptow in Berlin und Leiter des Bereichs Gemeindegründung bei der Liebenzeller Mission. Darüber hinaus coacht er junge Leiter in interkulturellen und internationalen Aufgaben.

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