Wir hatten klare Absprachen, wer was bis wann erledigen sollte. Vorbildlich waren die Ziele SMART* ausgemacht. Als „Liefertag“ war, und ich nachfragte: Nichts. Betretenes Schweigen, halbseidene Entschuldigungen oder ausweichendes Irgendwas. Wer könnte da nicht explodieren?

Wenn ein Mitarbeiter Absprachen nicht einhält oder einen Fehler gemacht hat, ist die Versuchung für den Leiter groß, das „Was-hast-du-dir-denn-dabei-gedacht?“- Gezeter anzustimmen.

Diese Haltung, egal was wirklich vorgefallen ist, hilft selten. Denn alle gehen in den Angriffs- oder Verteidigungsmodus. Wie soll man da gemeinsam weiter vorangehen? Doch „unter den Teppich kehren“ ist ja auch keine Lösung.

Vor Jahren habe ich von meinem Nathanael ein einfaches Hilfsmittel gelernt, um meinen Ärger im Zaum zu halten. Die ehrliche und aufrichtige Bitte am Anfang eines Gespräches:

 

„Hilf mir zu verstehen!“

Es hilft dir,…

…nicht in die Rolle des Anklägers zu verfallen oder das Gespräch zu polarisieren.

… die Situation möglicherweise in einem neuen Licht zu sehen.

… das Gespräch in einem guten Gesprächsklima zu führen.

… die eventuellen Konsequenz(en) besser abzuschätzen.

Wenn also das nächste Mal deine Hutschnur kurz davor ist zu platzen: Tief durchatmen und fragen: „Hilf mir verstehen, wieso du das gemacht hast.“

*SMART ist die Abkürzung für: spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert.

Über den Autor

Dirk Farr ist Gründungspastor der JKB Treptow in Berlin und Leiter des Bereichs Gemeindegründung bei der Liebenzeller Mission. Darüber hinaus coacht er junge Leiter in interkulturellen und internationalen Aufgaben.

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