Stell Dir ein staubiges, abgelegenes Dorf vor. Irgendwo im Nirgendwo. Nazareth. Ein unbedeutender Ort in einem unbedeutenden Land.
Ignorier die stattlichen Häuser. Als Maria und Josef ihren Sohn zum Tempel brachten, opferten sie zwei Turteltauben, das typische Opfer der armen Leute (Lukas 2,22-24). Wir müssen also in den ärmeren Teil des Dorfes gehen. Niemand ist am Verhungern, aber die Verhältnisse sind einfach.


Wir schauen uns um nach einer alleinerziehenden Mutter.
Da Josef in der weiteren Lebensgeschichte von Jesus nicht mehr erwähnt wird, müssen wir annehmen, dass Maria ihre Kinder allein großgezogen hat. So finden wir ein einfaches Haus mit einer alleinstehenden Frau und ihrem ältesten Sohn, der zu Hause arbeitet. Die Nachbarn erinnern sich später an ihn als den „Zimmermann“ (Markus 6,3).
Jesus hat schmutzige Hände, ein durchgeschwitztes Hemd und, das wird einige überraschen, er sah ganz gewöhnlich aus. „Sein Äußeres war weder schön noch majestätisch, er hatte nichts Gewinnendes, das uns gefallen hätte“ (Jesaja 53,2).
Sein Land ist von den Römern besetzt, sein Volk wird unterdrückt, er lebt in einem kleinen Dorf. Hast Du das Bild vor Augen? Das Lehmhaus mit dem Strohdach? Siehst du die Hühner im Hof picken und den schlaksigen Teenager, der die Stühle der Nachbarn repariert?

„Deshalb musste er in allem seinen Brüdern gleich werden, damit er vor Gott unser barmherziger und treuer Hoher Priester werden konnte, um durch sein Opfer die Menschen von ihrer Schuld zu befreien. Da er selbst gelitten und Versuchungen erfahren hat, kann er denen helfen die in Versuchungen geraten“ (Hebräer 2,17-18)


Warum musste der Königssohn das menschliche Leben und Leiden so hautnah kennenlernen? Damit Du sicher sein kannst, dass er versteht, wie es dir geht.

Über den Autor

Dirk Farr ist Gründungspastor der JKB Treptow in Berlin und Leiter des Bereichs Gemeindegründung bei der Liebenzeller Mission. Darüber hinaus coacht er junge Leiter in interkulturellen und internationalen Aufgaben.

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