Ich liebe Gespräche! Nicht immer. Eine Kategorie mag ich ganz und gar nicht: Konfliktgespräche. Gespräche, bei denen ich weiß, es geht um viel – und wir sind nicht einer Meinung. Das fühlt sich dann schnell mal nach “Abgrund” an. Doch das muss nicht so sein. Ich habe in den letzten Jahren zwei Dinge entdeckt:

1. Als Leiter diesen Gesprächen ausweichen bringt nichts – sondern macht es nur noch schlimmer.

2. Vorbereitet in die Gespräche zu gehen macht sie im Ergebnis (meist) besser – für beide Seiten.

Deshalb hier eine Checkliste für alle, die sich den schwierigen Gesprächen stellen wollen:

  • Bereite dich auf das Gespräch gut vor! Nicht “zwischen Tür und Angel” und nicht “aus dem Ärmel geschüttelt” – bitte!
  • Nimm dir genügend Zeit für das Gespräch und überleg dir, wie du eine entspannte Atmosphäre schaffen kannst.
  • Spiel mit offenen Karten: Leg deine Ziele und Interessen offen auf den Tisch. So kann dein Gesprächspartner dich besser einschätzen.
  • Rückgrat zeigen: Steh zu deinen Fehlern und der eigenen Mitverantwortung an der Konfliktsituation.
  • Balance halten: Geh mit dem nötigen Respekt, aber auch mit dem nötigen Selbstbewusstsein ins Gespräch.
  • Selbstcheck: Mach dir deine eigenen Emotionen bewusst, um sachlich zu bleiben zu können.
  • Gegenübercheck: Versetz dich in die Sichtweise des anderen.
  • Win-Win: Bleib nicht bei Vorwürfen und Schuldzuweisungen hängen, sondern arbeite an der Konfliktlösung.
  • “Dein Ja sei ein Ja”: Steh zu Zusagen und Vereinbarungen.
  • Halte kontrollierten Blickkontakt (nicht anstarren, das weckt Aggressionen!).
  • Slow down: Lass dein Gegenüber ausreden.
  • Repeat: Wiederhole das Gesagte mit deinen Worten. Dadurch machst du deutlich, dass du deinen Gesprächspartner verstanden hast.
  • Gemeinsamkeit: Betone zuerst das Verbindende, bevor du Kritikpunkte äußerst und auf das Trennende zu sprechen kommst.
  • Uiuiui: Bleib auch dann ruhig und sachlich, wenn dein Gesprächspartner dich angreift.

(Quelle: Praxishandbuchs leiten, führen, motivieren – Das Handbuch für den Vorgesetzten’ )

Und von Anfang bis zum Ende – und für dich und für jeden Beteiligten gilt Gottes Perspektive: Jeder ist Gottes geliebtes Geschöpf. Ja, das ist in mancher Situation schwer nachzuvollziehen, aber es ist wahr!!! “Liebe nimmt alles auf sich. Oder: Liebe ist immer bereit zu verzeihen. Sie verliert nie den Glauben oder die Hoffnung und hält durch bis zum Ende.” (Die Bibel, 1. Korinther 13,7)

About The Author

Dirk Farr ist Gründungspastor der JKB Treptow in Berlin und Leiter des Bereichs Gemeindegründung bei der Liebenzeller Mission. Darüber hinaus coacht er junge Leiter in interkulturellen und internationalen Aufgaben.

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